Die standesamtliche Hochzeit

Warum müssen wir standesamtlich heiraten ?

Damit ihr in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz offiziell als Mann und Frau anerkannt werdet, müsst ihr euch standesamtlich trauen lassen. Rechtlich gesehen ist es also nötig, dass ihr vor den Augen des/der Standesbeamten/in einen Vertrag schließt, der die Ehe begründet. Die standesamtliche Trauung ist in Deutschland und auch in Österreich und in der Schweiz die einzige rechtlich anerkannte Art zu heiraten. Das bedeutet, dass ihr nur durch die standesamtliche Hochzeit in dem Land, in dem ihr wohnt, eine rechtsgültige Ehe schließen könnt, die unter anderem dafür sorgt, dass ihr steuerrechtlich anders eingestuft werdet und dass das Unterhaltsrecht, das Erbrecht, das Scheidungsrecht, das Zeugnisverweigerungsrecht und viele weitere Gesetzte ab dem Zeitpunkt der standesamtlichen Eheschließung bei euch greifen. 

Die kirchliche Hochzeit hingegen hat "nur" einen religiösen und die trendige freie Trauung hat lediglich einen symbolischen Charakter, was diese Arten der Trauung für viele Paare natürlich nicht weniger wichtig macht. Es steht eben aber fest: Wer sich kirchlich oder frei trauen lassen möchte, muss zunächst standesamtlich geheiratet haben, damit eine echte Ehe begründet wird.

 

Nach der standesamtlichen Trauungszeremonie wird eure Heirat beim Standesamt in das Eheregister eingetragen und ihr erhaltet ein Dokument, welches dies standesamtliche Eheschließung bescheinigt, die Eheurkunde. Dieses benötigt ihr zum Nachweis eurer rechtlich anerkannten Trauung  bei verschiedenen offiziellen Stellen (z.B. zur Namensänderung bei der Meldebehörde oder zur Änderung der Steuerklasse beim Finanzamt). 

Auf diesem Foto siehst du meinen Mann und mich in unseren Outfits für die standesamtliche Hochzeit. Ich trug ein Brautkleid im Vintage-Look von Rara Avis und mein Mann trug einen dunkelblauen Anzug von Tiger of Sweden.


Trauzeugen ja oder nein?

Die Trauzeugen sind, wie der Name schon sagt, dafür da, eure Trauung zu bezeugen. Früher waren sie rechtlich gesehen notwendiger Bestandteil der standesamtlichen Trauung, denn sie sollten mit ihrer Präsenz während der Zeremonie und mit ihrer Unterschrift auf der Trauungsurkunde die Rechtmäßigkeit der Eheschließung bezeugen/bestätigen.

Heutzutage ist die Anwesenheit von Trauzeugen in Deutschland und unter gewissen Umständen auch in Österreich nicht mehr vorgeschrieben. Sie dürfen aber weiterhin eingesetzt werden. In der Schweiz oder zum Beispiel auch bei der kirchlichen Hochzeit ist ihre Anwesenheit jedoch noch immer unerlässlich.

Sobald man sich für Trauzeugen entscheidet, müssen diese ihre traditionelle Aufgabe wieder voll und ganz übernehmen – frei nach dem Motto: Ganz oder gar nicht. Die Trauzeugen müssen dann volljährig sein und zur Trauung einen gültigen Personalausweis mitbringen.

 

Ein Grund, warum sich die Mehrzahl der Brautpaare noch immer dazu entschließt, Trauzeugen einzusetzen, ist, dass es eben einfach eine schöne Geste ist, wenn ihr einen nahestehenden Verwandten oder Freund mit der ehrenvollen Aufgabe betraut, eure standesamtliche Hochzeit zu bezeugen. Zum anderen werden die Trauzeugen auch in der Planungsphase der Hochzeit sehr wichtig, weil sie einem viel Arbeit abnehmen können und außerdem traditionell den Junggesellenabschied organisieren.

Dies ist ein Bild von unserer standesamtlichen Trauung im Standesamt in Münster Innenstadt. Das Standesamt befindet sich im Lotharinger Kloster, welches eine super hübsche Location im Stadtzentrum ist. Daher haben wir uns entschieden dort zu heiraten.


Wichtige Dokumente und Unterlagen für die standesamtliche Hochzeit

Für die standesamtliche Trauung könnt ihr euch frühestens sechs Monate vor dem Termin der Eheschließung anmelden. Hierzu müsst ihr verschiedenen öffentlich Urkunden und Unterlagen mitbringen (§12 PStG). Je nach Familienstand und den persönlichen Umständen, insbesondere aber, wenn einer von euch beiden ausländischer Herkunft ist, sind unterschiedliche Unterlagen erforderlich. Erkundigt euch deshalb frühzeitig, welche Urkunden notwendig sind, damit ihr sie noch rechtzeitig beschaffen könnt.

 

Seid ihr jedoch volljährige, deutsche Staatsangehörige, dann braucht ihr folgende Dokumente:

  • gültiger Personalausweis oder Reisepass
  • beglaubigter Auszug aus dem Geburtenregister, der nicht älter als sechs Monate sein darf und den ihr beim Standesamt eures Geburtsortes für wenig Geld (ca. 15 €) erhalten könnt
  • aktuelle Aufenthaltsbescheinigung mit Angabe des Familienstandes (erhältlich beim Einwohnermeldeamt des Hauptwohnsitzes)

Wenn ihr gemeinsame Kinder habt, müsst ihr außerdem an folgende Unterlagen denken:

  • Geburtsurkunde oder beglaubigter Ausdruck aus dem Geburtenregister (s.o.)

Wenn einer von euch Kinder aus einer früheren Ehe hat:

  • vermögensrechtliches Auseinandersetzungszeugnis (bekommt ihr an dem Ort, an dem die Kinder gemeldet sind)

Wenn einer von euch bereits verheiratet war, braucht ihr zusätzlich folgendes Dokument:

  • Beglaubigter Ausdruck aus dem Eheregister der letzten Ehe mit Scheidungsvermerk bzw. Eintragung des Todes oder des Scheidungsurteils mit Rechtsvermerk

Wenn einer von euch die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung/Erklärung erworben hat, braucht er eine:

  • Einbürgerung- und Erwerbsurkunde

Wenn einer von euch minderjährig sein sollte, müsst ihr an die:

  • Befreiung vom Erfordernis der Ehemündigkeit (wird vom Familiengericht des Hauptwohnsitzes ausgestellt) denken.

In folgenden Fällen solltet ihr euch auf jeden Fall an das jeweilige Standesamt wenden, um nachzufragen, welche Unterlagen benötigt werden:

  • einer von euch hat ein minderjähriges Kind
  • ihr habt gemeinsame Kinder
  • einer von euch ist adoptiert
  • einer con euch ist im Ausland geschieden worden
  • einer von euch besitzt eine ausländische Staatsangehörigkeit
  • einer von euch ist nicht im Bundesgebiet geboren
  • einer von euch hat mehrere Vorehen.

Grundsätzlich empfehle ich euch, bei eurem Standesamt nachzufragen, welche Unterlagen im Einzelnen in eurer speziellen Situation notwendig werden. So seid ihr in jedem Fall auf der sicheren Seite. Meine Informationen sind zwar mit bestem Gewissen zusammengetragen, könnten aber im Einzelfall nicht ausreichen oder veraltet sein.

 

Auch wenn ihr aus Österreich oder der Schweiz kommt, solltet ihr euch bei dem zuständigen Standesamt eures Wohnsitzes melden und euch informieren, welche Urkunden ihr vorzeigen müsst. Oft sind genau die gleichen Unterlagen wie in Deutschland gefragt. Die gesetzlichen Anforderungen können aber im Detail sowie im Einzelfall abweichen.


Die auswahl des Standesamtes

Grundsätzlich seid ihr in der Auswahl des Standesamtes, welches euch trauen soll, frei (§ 11 PStG). Die Anmeldung für die Trauung hingegen müsst ihr im Standesamt, in dessen Zuständigkeitsbereich einer der Eheschließenden seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hat, vornehmen (§12 I S. 1 PStG).

 

Folgende Faktoren können bei der Auswahl des Standesamtes wichtig werden:

  • Die Lage: Falls ihr im Anschluss noch kirchlich oder frei heiratet, solltet ihr ein Standesamt in der Nähe der anderen Trauungslocation aussuchen, damit ihr nicht so viel hin und her fahren müsst. Ansonsten sollte das Standesamt nicht zu weit entfernt von der Location liegen, in welcher ihr nach der Trauung feiern möchtet.
  • Die Räumlichkeiten und die Gestaltungsmöglichkeiten: Viele Standesämter bieten heutzutage besondere, aus den eigentlichen Ämtern ausgelagerte Räumlichkeiten (Säle in einem Schloss oder in einem süßen Fachwerkhaus etc.) an. Dies kommt daher, dass immer weniger Leute kirchlich heiraten und sich von daher wünschen, dass ihre standesamtliche Trauung etwas festlicher ausfällt als die rein formale Prozedur, die früher oft vorgenommen wurde. Dies gelingt dadurch, dass man sich außerhalb eines Amtsgebäudes, begleitet von Musik und umgeben von Blumendekoration trauen lässt. Daher könnt ihr euch einmal umhören, welches Standesamt euren Vorstellungen von einer schönen Trauung gerecht wird. Es ist oft auch möglich, sich mit dem/der Standesbeamten/in im Vorhinein zu treffen, um den Ablauf der Trauung durchzugehen und Wünsche diesbezüglich zu äußern.

Tipp: Fragt nach, ob ein überdachter Bereich auf dem Gelände des Standesamtes bzw. in der Nähe der Räumlichkeiten der Trauung bereitsteht, in dem ihr auf die Eheschließung anstoßen könnt, denn häufig ist dies im Standesamt selbst nicht erlaubt. Wir hatten das Problem. dass es einen solchen Ort zum Unterstellen bei unserer standesamtlichen Hochzeit nicht gab. Leider fing es plötzlich an, sehr stark zu regnen. Glücklicherweise bot ein netter Eisdielenbesitzer uns an, den Sektempfang bei ihm fortzusetzen, ansonsten wäre dieser schöne Moment sprichwörtlich ins Wasser gefallen!

Hier seht ihr ein paar Fotos von unserem Sektempfang nach der standesamtlichen Trauung in der süßen Vintage-Eisdiele gegenüber dem Standesamt.

Der Termin der Trauung

Informiert euch bei dem Standesamt, für welches ihr euch entschieden habt, welche Termine für die Trauung zur Verfügung stehen. Sehr häufig ist eine standesamtliche Hochzeit gegen Aufpreis auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten (z.B. freitagnachmittags oder samstags) möglich. Auf der Webseite der Standesämter findet ihr zumeist Terminkalender, die Aufschluss darüber geben, welche Tage und Zeiten noch frei sind. Meldet euch bloß nicht zu spät an, wenn euch ein bestimmter Tag besonders wichtig ist und ihr daher ungern gezwungen sein wollt, einen Ausweichtermin zu finden. Besonders beliebte Termine sind zum Beispiel der Valentinstag oder Daten wie der 20.02.2020.

Kosten

Die Kosten für eine standesamtliche Trauung lassen sich schlecht pauschal beziffern, denn je nachdem, ob ihr euch z.B. außerhalb der Öffnungszeiten oder in einer besonderen Location das Ja-Wort geben möchtet oder ein anderes als das Standesamt eures Wohnsitzes auswählt, können die Kosten ganz unterschiedlich ausfallen. Generell solltet ihr mit Kosten in Höhe von ca. 120 € rechnen


Mein YouTube Video zum Thema Standesamtliche HOchzeit:

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