Die römisch-katholische Hochzeit

Wenn ihr beide nach römisch-katholischem Kirchenrecht zu Mann und Frau erklärt werden möchtet, müsst ihr vor einem Priester oder Diakon und jeweils einem Trauzeugen (müssen keine Christen sein) erklären, dass ihr den Bund der Ehe miteinander eingehen möchtet.

Diese Erklärung stellt nach katholischem Verständnis eines der sieben Sakramente dar, welches ihr euch gegenseitig spendet. In der Theologie sagt man, die Sakramente seien sichtbare Zeichen einer unsichtbaren Wirklichkeit. Anders formuliert offenbart sich uns in den Sakramenten also das Wirken des für uns unsichtbaren Gottes. So zeigt sich bei der kirchlichen Trauung, dass Gott uns die Liebe geschenkt hat. Außerdem bedeutet sie nach katholischem Verständnis die Zusage Gottes, dass er jeden Tag und darüber hinaus an der Seite der Liebenden ist. Die kirchliche Hochzeit ist ein bewusstes und öffentliches Bekenntnis zu Gott: Sie bestätigt, dass das Brautpaar (oder zumindest einer der beiden, denn nicht beide müssen Kirchenmitglieder sein) bewusst im Geiste Jesu zusammenleben möchte und die Ehe als Zeichen für die unbedingte Liebe Gottes versteht.

Auf diesem Foto seht ihr meinen Mann und mich bei unserer kirchlichen Trauung in der Dyckburgkirche bei Münster. Die Kirche ist traumhaft schön. Alles ist in weiß gehalten und mit wenigen goldenen Akzenten verziert. Die Kirche ist zudem recht klein, welches eine angenehme Atmosphäre schafft, wenn die Hochzeitsgesellschaft nicht allzu groß ausfällt.

Das Traugespräch

Beim Traugespräch geht es um die Bedeutung der christlichen Ehe und die Gestaltung der kirchlichen Trauung. Dabei füllt der katholische Seelsorger mit euch ein sogenanntes Ehevorbereitungsprotokoll aus, indem er eure persönlichen Daten aufnimmt und mit dem sichergestellt wird, dass einer Eheschließung nichts im Wege steht. Hierzu müsst ihr folgende Unterlagen und Dokumente mitbringen:

  • einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
  • einen Auszug aus dem Taufbuch, den ihr in der Kirchengemeinde erhaltet, in der ihr getauft wurdet und der am Tag der Trauung nicht älter als sechs Monate sein darf (Achtung: dies ist nicht gleichzusetzen mit dem Taufschein aus dem Stammbuch, sondern ist eine aktuelle Bescheinigung des Taufpfarramtes mit dem Nachweis, dass ihr nicht bereits kirchlich verheiratet seid)
  • Nachweis der Firmung (sehr oft wird die Firmung auf dem Auszug aus dem Taufbuch vermerkt)
  • die Heiratsurkunde der standesamtlichen Trauung (kann nachgereicht werden, wenn ihr erst kurz vor der kirchlichen Hochzeit standesamtlich heiratet)
  • evtl. weitere Bescheinigungen, wenn euer Partner einer anderen Konfession oder Religion bzw. gar keiner Religion angehört (fragt vorher beim zuständigen Seelsorger nach)

Ihr werdet beim Traugespräch danach gefragt, was eure Beweggründe für eine Hochzeit sind. Darüber hinaus wird euer Seelsorger euch höchstwahrscheinlich auch nach eurer Kennenlerngeschichte fragen, denn der Hochzeitsgottesdienst wird häufig sehr persönlich gestaltet. Das heißt, dass der Seelsorger viel über euch und eure Liebe sprechen wird. Natürlich ist das Traugespräch ebenso oder sogar hauptsächlich dafür da, eure Fragen zu klären sowie Sorgen aus der Welt zu schaffen.

Können wir kirchlich heiraten, wenn wir verschiedenen Konfessionen angehören?

Ja, grundsätzlich ist das Eingehen einer konfessionsverschiedenen Ehe in der katholischen Kirche möglich. Allerdings muss diese Art der Eheschließung in manchen Fällen vorher vom zuständigen Generalvikariat genehmigt werden. Deshalb solltet ihr vorher mit eurem Prediger sprechen. Diese Gelegenheit habt ihr zum Beispiel bei dem Traugespräch. Dort werdet ihr darauf hingewiesen, welche Unterlagen ihr noch mitbringen müsst und was sonst noch notwendig, ist um euch zu trauen. Dazu gehört z.B. ein Nachweis des Ledigenstandes des nichtkatholischen Partners, der durch eine eidesstattliche Erklärung (Ledigeneid) vor dem Pfarrer erbracht wird. Außerdem wird danach gefragt, ob der evangelische Partner damit einverstanden ist, dass die gemeinsamen Kinder im katholischen Glauben erzogen werden. Im Ehevorbereitungsprotokoll heißt es dann, dass man verspricht, die gemeinsamen Kinder im katholischen Glauben taufen zu lassen und zu erziehen, soweit es eben möglich ist.

 

Aber, wie schon gesagt, das Traugespräch bietet die Möglichkeit, alle Fragen zu klären. Also macht euch zunächst keinen Kopf und wartet erst einmal ab.

 

Die Trauung konfessionsverschiedener Paare wird in der Regel in einem Wortgottesdienst gefeiert (s.u.).

 

Entscheidet ihr euch für einen sogenannten ökumenischen Gottesdienst, dann sind bei eurer Trauung Prediger beider Konfessionen anwesend. Dies bedeutet aber nicht, dass die Eheschließung nach dem katholischen und dem evangelischen Ritus geschlossen, sondern lediglich, dass der ausgewählte Ritus wechselseitig als gültig anerkannt wird. Das heißt für euch, dass ihr trotzdem die Entscheidung treffen müsst, ob ihr in der evangelischen oder der katholischen Kirche nach den jeweiligen Riten heiraten möchtet. Ihr müsst also zunächst klären, in welcher Kirche (mit welcher Konfession) ihr heiraten möchtet und danach, ob ein Seelsorger der anderen Konfession bei diesem Gottesdienst dabei sein soll.

Entscheidet ihr euch für die evangelische Kirche, braucht der katholische Priester eine Dispens, welche eine Freistellung von der katholischen Eheschließungsform darstellt. Diese wird im Übrigen auch benötigt, wenn dir Trauung in der evangelischen Kirche ohne Mitwirkung eines katholischen Geistlichen gefeiert werden soll. Denn nur dann ist die Eheschließung auch nach katholischem Verständnis gültig. Die Dispens bekommt ihr von dem zuständigen katholischen Pfarrer.

Kann ich meinen religionslosen oder religionsverschiedenen Partner heiraten?

In der heutigen Zeit lernt man sich kennen und lieben, ohne dass man sich nach der Konfession oder der Religion, der man angehört, fragt. Es geht in erste Linie nicht um den Glauben, sondern um die Liebe, die euch verbindet. Trotzdem stellt sich eventuell später die Frage, ob ihr überhaupt kirchlich heiraten dürft, wenn einer von euch katholisch ist und der andere keiner oder einer anderen Religion angehört.

 

Religionsverschiedenheit der Partner

Wenn ihr verschiedenen Religionen angehört könnt ihr grundsätzlich kirchlich (katholisch) heiraten. Allerdings ist die Eheschließung nicht ohne Weiteres möglich, denn eigentlich stellt die Religionsverschiedenheit nach katholischem Verständnis ein Ehehindernis dar. Es kann aber eine Befreiung (Dispens) von diesem Hindernis erteilt werden. Damit die Dispens rechtzeitig beantragt und ausgestellt werden kann, solltet ihr frühzeitig einen Termin mit dem zuständigen Priester/Diakon eurer Wohnortpfarrei vereinbaren. Bei diesem Termin muss von euch glaubhaft dargelegt werden, dass der Glaube des katholischen Partners nicht durch den anders oder nicht glaubenden Partner eingeschränkt wird. Dies gilt auch für die religiöse Erziehung der Kinder. Es soll aus Sicht der katholischen Kirche sichergestellt werden, dass eure Kinder eine katholische Erziehung erhalten. Der andersgläubige Partner muss darüber informiert werden und diesen Voraussetzungen zustimmen.

 

Religionslosigkeit eines Partners

Eine katholische Hochzeit ist auch in dieser Konstellation grundsätzlich möglich, Der Priester/Diakon wird aber zunächst klären wollen, dass der religionslose Part dem Glauben seines Partners nicht generell ablehnend gegenübersteht, sondern diesen respektiert und zu verstehen versucht. Denn nur dann ergibt eine kirchliche Trauung überhaupt Sinn. Außerdem ist dem Priester/Diakon daran gelegen, dem nicht gläubigen Partner die Bedeutung der Ehe nach katholischem Verständnis zu erklären und euch beide bezüglich der Form der liturgischen Feier zu beraten (zumeist wird die Trauung in Form eines Wortgottesdienstes gehalten). Somit solltet ihr bald einen Termin mit dem zuständigen Priester/Diakon vereinbaren.

Sollte es für den religionslosen Partner nicht infrage kommen, in einer katholischen Kirche zu heiraten, könnt ihr nach dem Einholen einer entsprechenden Erlaubnis durch den zuständigen Pfarrer auch nur im Standesamt heiraten. Die standesamtliche Trauung wird dann auch von der katholischen Kirche als gültig geschlossen anerkannt.

 

Austritt aus der katholischen Kirche

Ist einer von euch einmal in der katholischen Kirche gewesen, aber später ausgetreten, stellt dies für eine katholische Hochzeit ein Trauverbot dar. Es ist eine Trauerlaubnis durch den Bischof erforderlich. Diese wird erteilt, wenn der zur Kirche gehörende Partner seine Bereitschaft zur katholischen Lebensführung verspricht und zusagt, sich darum zu bemühen, dass die gemeinsamen Kinder katholischen getauft und erzogen werden. Hierüber muss der aus der Kirche ausgetretene Partner informiert werden.

Abschließender Tipp: Den Gottesdienst könnt ihr beide mit gestalten. Ihr solltet hierbei darauf achten, dass die vom nicht oder anders glaubenden Partner zu sprechenden Texte den katholischen Glauben nicht voraussetzen. So muss er nichts sagen, das seinem Gewissen oder seinen Vorstellungen widerspricht. Hierfür gibt es vorgefertigte Textvarianten, die den Gottesdienst flexibel gestaltbar machen.

Wortgottesdienst oder mEsse?

Der Unterschied zwischen einem Wortgottesdienst und einer Messe besteht darin, dass im Wortgottesdienst keine Eucharistiefeier stattfindet.

Das Wort Eucharistie stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Danksagung. Sie ist eines der sieben Sakramente. Kurz zusammengefasst ist die Eucharistie die Verkündung und Feier der Taten Gottes und die Danksagung an Gott für seine Gegenwart und sein Wirken in der Welt.

 

Seid ihr beide katholisch, bietet sich eine Trauung innerhalb einer Eucharistiefeier an, weil die Ehe nach katholischem Verständnis ein Abbild des Bundes zwischen Christus und der Kirche ist und zudem in der Eucharistie das Gedächtnis des Neuen Bundes gefeiert wird. Allerdings würde ich die Entscheidung für eine Trauung in einer Euchristiefeier zuerst davon abhängig machen, ob euch die Eucharistie persönlich wichtig und geläufig ist.

 

Der Ablauf einer Messe

  • Eröffnung:
  1. Empfang des Brautpaares vor der Kirche
  2. Einzug (mit Orgelspiel) Eingangslied
  3. Lied der Gemeinde
  4. Begrüßung/Einführung
  5. Kyrie (Gloria)
  6. Tagesgebet
  • Wortgottesdienst:
  1. Lesung und Antwortgesang
  2. Evangelium
  3. Predigt
  • Trauung:
  1. Fragen an die Brautleute
  2. Segnung der Ringe
  3. Vermählung
  4. Bestätigung der Vermählung
  5. Feierlicher Trauungssegen
  6. Fürbitten
  • Eucharistiefeier:
  1. Gabenbereitung
  2. Eucharistisches Hochgebet
  3. Vaterunser
  4. Friedensgruß
  5. Kommunion
  6. Danklied
  7. Schlussgebet
  • Abschluss
  1. Segen
  2. Auszug aus der Kirche (mit Orgelspiel)

Ein Wortgottesdienst bietet sich an, wenn einer von euch katholisch ist und der andere nicht. Dadurch, dass der Wortgottesdienst ohne die Eucharistie gefeiert wird, ist er weniger glaubenspezifisch gepräft und kann daher etwas allgemeiner gehalten werden.

 

Der Ablauf eines Wortgottedienstes

Der Wortgottesdienst läuft genauso ab, wie die Messe, nur dass die Euchristiefeier nicht stattfindet. Während der Trauung wird zumeist dann das Vaterunser und ein Schlussgebet gesprochen (welches sonst während der Euchristiefeier gesprochen worden wäre). Dann folgt ein Danklied. 

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